Dresdnerstraße: Was wir in der Kulturgruppe machen | 1 2 3 4 5 |
Die Kulturgruppe ist ein Angebot der Erwachsenenbildung, das wir im vorigen Jahr ins Leben gerufen haben. Die Entstehung war mehr oder weniger das Ziel eines Klienten, der sich sehr für Politik interessiert. Er wollte über die österreichische Politik Informationen aus dem Internet beschaffen lernen und interessierte sich in weiterer Folge für die Ausstellung des Österreichischen Staatsvertrages. Das war dann sozusagen der „Grundstein“ für die jetzige Kulturgruppe.

- Die Kulturgruppe beim Besuch der Nationalbibliothek
KlientInnen aus der Werkstatt soll durch die Teilnahme an den ca. 6 Mal jährlich stattfindenden Exkursionen die Möglichkeit geboten werden, etwas Neues dazuzulernen, erworbenes Wissen zu pflegen, sich am Zeitgeschehen zu beteiligen, Interessen zu bilden und zu erweitern und sich mit der Welt, in der sie leben, zu beschäftigen.
Wir arbeiten immer eine Reihe von Themen aus, die wir für Exkursionen vorschlagen, KlientInnen erweitern diese Themen auch um eigene Wünsche, und so entsteht dann das Programm für die Exkursionen, an denen immer verschiedene KlientInnen der Werkstatt teilnehmen. Uns ist besonders wichtig, dass dieses Angebot auch von KlientInnen mit höherem Unterstützungsbedarf genutzt werden kann und passend ist.

- Begrüßungs- und Vorstellrunde im Museum für Moderne Kunst
Zu jeder Exkursion finden ein Vorgespräch und natürlich auch eine Nachbereitung statt. Im Vorgespräch besprechen wir mit den TeilnehmerInnen, wohin wir gehen und was uns dort erwartet. Bei der Exkursion selbst gehören dann Schreibzeug und Fotoapparat sozusagen zur „Grundausrüstung“. Wir buchen eine eigene Führung für unsere Gruppe und das war auch bisher immer eine tolle Erfahrung. Die Gruppenleitungen der Museen sind immer sehr gut auf die Bedürfnisse der Gruppe eingegangen. Die KlientInnen stellen Fragen, machen Fotos und nehmen Prospekte mit. Wenn wir nach so einer Führung Zeit haben, setzen wir uns auch in ein Kaffeehaus und schreiben gleich die ersten Eindrücke nieder.
Beim Nachgespräch der Exkursion wird dann auch gemeinsam eine „Kulturmappe“ gestaltet. Alle Informationen, die bei einer Ausstellung gesammelt wurden, Fotos, Eintrittskarten, Prospekte werden für eine besonders große Mappe aufgeklebt und besprochen. So wird das Erlebte noch einmal verarbeitet und neues Wissen vertieft. Außerdem ist die Kulturmappe für die TeilnehmerInnen eine bleibende Erinnerung und steht dann in weiterer Folge auch allen anderen Werkstatt-KlientInnen zum Schmökern zur Verfügung.

- Kreatives Verarbeiten der Eindrücke vom Museum beim anschließenden Malen im Atelier
Voriges Jahr haben wir eine Exkursion zum Staatsvertrag und nach Schönbrunn gemacht. Heuer im April waren wir in der Nationalbibliothek und vor kurzem waren wir im Museum für moderne Kunst. Dort gab es nach der eingehenden Besichtigung eines speziellen Bildes ein Atelier , in dem die TeilnehmerInnen kreativ ihre Eindrücke verarbeiten konnten. Das war sehr spannend.
Margit Holer
Betreuerin der Kulturgruppe
Manfred Philippits über die Besichtiung des Staatsvertrages:
"Wir waren mit unserer Kulturgruppe die Ausstellung zum Staatsvertrag im Belvedere besichtigen. Als wir allen den Eingang hinaufgingen, waren wir begeistert von der großen Fahne, die durch fast alle Ausstellungsräume ging.
Der Staatsvertrag ist im Schloss Belvedere am 15. Mai 1955 in Kraft des österreichischen Volkes unterschrieben worden. Es bringt Erinnerungen, die Archivbilder der Politiker zu sehen, welche den Staatsvertrag unterzeichnet haben, Damals wurden Lebensmittelkarten ausgegeben, und es war eine sehr traurige Zeit. Der Weg zum Staatsvertrag dauerte sehr lange. Vier Staaten – Großbritannien, USA, UdssR und Österreich haben unterschrieben.
Weil ich 1956 geboren bin, kamen mir viele Bilder meiner Kindheit in Erinnerung. Weil die Ausstellung starke Erinnerungen wach rief, war ich über diese Führung begeistert. Der ganzen Kulturgruppe hat die Führung im Schloss Belvedere gefallen, denn viele von uns erinnerten sich an ihre Kindheit."