Schuhfabrikgasse: Intensivgruppe | 1 2 3 4 5 |
In unserer Werkstatt gibt es das Projekt „Psychiatrieausgliederung“. In zwei eigens dafür gewidmeten Gruppen betreuen wir geistig behinderte Menschen, die früher über lange Jahre hinweg im Psychiatrischen Krankenhaus (PKH) gelebt hatten und die einen höheren Unterstützungsbedarf haben.

- Die Kontaktaufnahme mit den KlientInnen erfolgt auf vielfältige und kreative Weise - hier durch ein Puppenspiel.
Die meisten dieser Personen können z.B. nicht sprechen oder selbst für ihre körperlichen Bedürfnisse sorgen. Der Tagesablauf ist daher sehr stark von der Unterstützung der KlientInnen bei alltäglichen Dingen bestimmt wie z.B. das An- und Ausziehen. Und natürlich sie auch dabei zu unterstützen, dies selbst zu lernen und zu tun.
Bei vielen Aktivitäten ist Einzelbetreuung notwendig. Die Beschäftigung mit verschiedenen Materialien hat hier andere Ziele als die Herstellung eines Produkts. Oft ist es schon ein Erfolg, wenn einer der KlientInnen bei einer Aktion mit anderen „einfach nur dabei“ war. Es ist uns wichtig, dass die KlientInnen erfahren, etwas in eigener Kompetenz tun zu können.
Den Antrieb zu eigenem Handeln in den Personen erwecken zu können, ist pädagogische Herausforderung und ein Erfolgserlebnis für alle, wenn es gelingt und Neugier oder Freude bei den Klienten da sind.
Unabhängig davon, wie viel Unterstützung die KlientInnen dieser Gruppen brauchen, arbeiten wir auch hier mit der Lebenshilfe-Methode der IEP (Individuelle Entwicklungsplanung):
Wir arbeiten gemeinsam mit den KlientInnen Ziele aus, die sie erreichen wollen und sind ihnen dabei behilflich, die dazu notwendigen Schritte zu setzen.
Diese Ziele können zum Beispiel sein:
- Kaffee für den Eigenbedarf zu mahlen
- Öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen
- Diverse kleine Einkäufe zu erledigen
- Selbst in den Garten zu gehen
- Sich selbst etwas zu trinken einzuschenken
Die BetreuerInnen gehen, auf die differenzierten Bedürfnisse ihrer KlientInnen so gut wie möglich ein und motivieren sie, sich an den verschiedensten Aktivitäten und am Gemeinschaftsleben zu beteiligen. Es werden hauptsächlich Musik, kreatives Arbeiten und basale Sinnesförderung angeboten, da sie ein guter Zugang zu den KlientInnen sind. Weiters bemühen wir uns, unsere KlientInnen durch Rhythmik, Kunsttherapie, Turnen und Heilpädagogisches Voltigieren anzuregen.
Robert Jez
Betreuer der PKH-Gruppe
