
- Eveline Tempfer mit Bruder Wolfgang
„Mein Bruder Wolfgang (geb. 1943), seit ungefähr 45 Jahren Klient der Lebenshilfe, ist fast 15 Jahre jünger als ich. Wahrscheinlich auch wegen des großen Altersunterschieds fühlte ich mich von Wolfgangs Geburt an mitverantwortlich für sein Wohlergehen.
Irgendwann war die geistige Behinderung, die von den Ärzten anfangs nicht eindeutig diagnostiziert wurde, unübersehbar. Es war daher für mich seit dem Tod unserer Eltern noch mehr ein Anliegen, für Wolfgang da zu sein, wenn er Unterstützung braucht. Außerdem wurde ich bereits vor längerer Zeit zu seiner Sachwalterin bestellt.
Mein Bruder wird auch heute noch trotzt seines fortgeschrittenen Alters in den Einrichtungen der Lebenshilfe entsprechend seiner Möglichkeiten im praktischen Tun sowie im Verstehen von Lebenszusammenhängen gefördert. Nur so können Kräfte zur Entfaltung einer eigenständigen Persönlichkeit freigesetzt und erhalten werden. Selbstverständlich ist es auch eine große Entlastung, wenn man sich bei der Betreuung des behinderten Angehörigen auf professionelle Hilfe verlassen kann.
Nach meiner Pensionierung – ich war Beamtin im Öffentl. Dienst (ehm. AMV, heute AMS) – nahm ich das Angebot, ehrenamtlich im Vorstand der Wr. Lebenshilfe mitzuarbeiten, gerne an. Es macht Freude und ist zudem interessant, einen Beitrag zur Lösung der vielfältigen Aufgaben der Lebenshilfe leisten zu können.“