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Mehr als 70.000 Menschen in zwei Jahren ermordet

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Die Aktion T 4 forderte in den zwei Jahren ihrer Durchführung (1940 und 1941) zumindest mehr als 70.000 Opfer. Ernst Klee zitiert in seinem Buch "Euthanasie im NS-Staat" eine Bilanz eines T 4-Statistikers. "Bis zum 1. September 1941 wurden desinfiziert: Personen: 70.273".

 

Alleine in Hartheim bei Linz gingen mehr als 18.000 Menschen in einen schrecklichen Tod. Nach dieser Aufstellung der Buchhalter des Grauens waren sechs Anstalten in den beiden Jahren als Vernichtungsstätten in Betrieb. Neben Hartheim bei Linz waren diese Grafeneck (nur 1940), Brandenburg (nur 1940) Bernburg (nur 1941), Hartheim, Sonnenstein und Hadamar (nur 1941).

Allein in Hartheim wurden während der offiziellen "Laufzeit" von T 4 exakt 18.269 Menschen vergast, so viele wie in keiner anderen Anstalt. Bis Kriegsende -- die Tötungen wurden nach dem August 1941 fortgesetzt, dazu kam noch die "Aktion 14 f 13" -- stieg die Zahl der in Hartheim Getöteten nach Schätzungen von Historikern auf rund 30.000 Menschen.

Die Nazis freilich rechneten in anderen Kategorien, wie Klee zeigt: Nach einer anderen Statistik vom Jänner 1942 wurden bis Ende des vorangegangenen Jahres 93.521 "Betten" einem neuen Verwendungszweck "zugeführt". Es folgt eine genaue Aufstellung über die Zahl der Betten für den jeweiligen Verwendungszweck. Laut Klee beweist diese Statistik auch, dass in der ersten Aufstellung nur die Vergasten erfasst sind. 

8. Oktober 1999 / Gunther Lichtenhofer, APA