Das Prader-Willi-Syndrom (Chromosom 15) ist eine sehr komplexe Störung, die körperliche, stoffwechselbezogene und geistige Symptome beinhaltet.
Bereits bei der Geburt bestehen Muskelhypotonie (Mangel an Muskelstärke, -größe und -spannung), Hypogenitalismus ( Unterentwicklung der Geschlechtsmerkmale ) und Störungen im zentralen Nervensystem. Im Verlauf der Erkrankung entwickelt sich in der Regel eine unstillbare Esslust, die zur Fettsucht führt, wenn sie nicht unter Kontrolle gehalten wird.
Erstmalig wurde dieses Syndrom 1956 durch drei schweizer Ärzte beschrieben, nämlich A.Prader, A.Labhard und H.Willi. Es bestehen vielfache Überschneidungen mit dem Fröhlichsyndrom, der früheren Dystrophia adiposigenitalis Fröhlich.
Die Kindsbewegungen eines Prader-Willi-Syndrom Babys in der Schwangerschaft werden als selten und schwach empfunden, was oft zur Erkennung des Syndroms führt.
Bei der Geburt der meist untermaßigen und untergewichtigen Kinder fällt die Muskelhypotonie auf, da sie Probleme des Saug-Schluck-Mechanismus bedingt, die zu Ernährungsschwierigkeiten in der Neugeborenen-Periode führen.
Der Verlauf der körperlichen Entwicklung - Sitzen, Krabbeln, Laufen - ist verzögert. Psychatrisch - soziale Probleme können sich aus Polyphagie(Fresssucht), Antriebslosigkeit und einem Mangel an Verhaltenskontrolle ergeben.