Sachwalterschaft: Was sagen Menschen mit Behinderung | 1 2 |
Irene Marek, Christine Teusel und auch Sabine Podhrazky haben für bestimmt Angelgenheiten einen Sachwalter/Sachwalterin. Hier können Sie nachlesen, was die drei selbst zum Thema Sachwalterschaft sagen.
Irene Marek:
"Ich habe eine Sachwalterin für meine Schulden. In der Werkstatt hat mich der Leiter damals gefragt, ob ich so etwas haben will, un dich habe mich dafür entschieden. Ich habe Schulden, weil ich mich darauf eingelassen habe, bei Quelle und einem Verlag für Bestellungen zu unterschreiben. Die Sachwalterin wollte ich, damit meine Schulden sicher abgezahlt werden.
Zuerst war ich zweimal am Gericht, die haben mir dann meine zukünftige Sachwalterin gesagt, zu der ich dann hinfahren musste. Und dann musste ich noch ein Gutachten bei einer Psychologin machen.
Ich bin mit meiner Sachwalterin zufrieden. Am Anfang musste ich öfter anrufen, weil das mit dem Geld nicht gleich geklappt hatte, aber jettz funktioniert immer alles. Sie zahlt auch meinen Essensbeitrag für die Werkstatt ein, weil ich das unregelmäßig bezahlt hatte.
ich bin froh, dass ich eine Sachwalterin habe und dass die so genau ist und ich jetzt bald schuldenfrei sein werde." (Februar 2002)
Christine Teusel:
"Zuerst war mein Onkel, dann mein Cousin mein Sachwalter. Der hat das dann abgegeben, damit es nicht heißt, er lebt von meinem Geld und fährt damit auf Urlaub oder so.
Jetzt macht das eine gerichtliche Sachwalterin, die ist nur für Geldangelegenheiten. Sie verwaltet nur mein Geld, weil alles andere kann ich jetzt schon selber entscheiden. Ich bekomme mein Wirtschaft- und Taschengeld vom Wohnhaus und sie schickt es, glaube ich. Wie das geht, das weiß ich selber nicht so genau. Ich kenne meine Sachwalterin. Ich habe sie einmal eingeladen und vielleicht jetzt wieder einmal, weil ich ihr meine Amerika-Urlaubsfotos zeigen möchte. Ich muss auch für alles eine Rechnung bringen." (Februar 2002)
Sabine Podhrazky:
"Jetzt ist noch meine Mutter Sachwalter, aber wenn meine Mutti nicht mehr ist, wird meine Tante Sachwalter, und das nur fürs Geld. Alle anderen Dinge kann ich selber entscheiden, auch was ich kaufen will und was nicht." (Februar 2002)