Schönbrunnertraße: Was in der Kochgruppe gemacht wird | 1 2 3 |
Die Kochgruppe gibt es schon ca. 12 Jahre lang, ich betreue diese Gruppe von 14 KlientInnen seit ca. 3 Jahren, seit Oktober 2007 gemeinsam mit einer Kollegin. Wir übernehmen z.B. die Seminarverköstigung von Fortbildungen der Lebenshilfe – MitarbeiterInnen. Hier bekochen wir bis zu 35 Personen mit Hauptspeise, wahlweise vegetarisch oder mit Fleisch, sowie Nachspeise. Aber auch die Gruppe der Selbstvertreter versorgen wir mit Brötchen oder anderen Köstlichkeiten. Für Lebenshilfe – Wohnhäuser bereiten wir Buffets: Vorwiegend Kaltes, aber auch Torten und Kuchen für unterschiedliche Feste und Feiern. Auch Privatpersonen können bei uns kalte Buffets und Torten bestellen.

- Die Kochgruppe bei der Arbeit
In der Vorweihnachtszeit bestellen Firmen gerne für ihre Weihnachtsfeiern oder aber auch verschiedene kulinarische Geschenke für ihre MitarbeiterInnen.
Im vergangen Jahr haben wir insgesamt 45 kg. Weihnachtskekse gebacken. Ein Auftrag waren z. B.: 4.000 Kekse, die der ORF-Betriebsrat an MitarbeiterInnen verschenkte. Das war zwar viel Arbeit, aber wir haben diese Aufgabe erfolgreich bewältigt.
Wenn es sich zeitlich mit den Aufträgen vereinbaren lässt, veranstalten wir 1 Mal pro Woche ein so genanntes Förderkochen. Dabei wird ausschließlich für die Gruppe gekocht und es werden auch neue Rezepte ausprobiert, die wir, wenn es uns gut gelingt, in unser Repertoire aufnehmen.
Die KlientInnen, die in dieser Gruppe arbeiten, kommen aus Interesse zu uns. Meist bleiben die KlientInnen für längere Zeit in der Kochgruppe. Neuen Gruppenmitgliedern wird neben dem Erledigen der unterschiedlichen Aufträge das Kochen Schritt für Schritt beigebracht. Dabei sind sich die KlientInnen untereinander behilflich - zeigen sich z. B.: wie man etwas schneidet. Da man Kochen nicht nur theoretisch erlernen kann, machen wir hier vieles nach dem Prinzip „learning by doing“. Man lernt leichter, wenn man selber einmal ausprobiert hat und bekommt so ein Gefühl für das Kochen.
Im Rahmen einer Gruppenbesprechung erstellen wir jeweils einen Wochenplan. Dabei wird festgelegt, welche Aufträge wir zu erledigen haben und wer wann für welche Tätigkeiten verantwortlich ist. Es wird eingeteilt, welche Speisen zubereitet werden, wer einkaufen geht oder wer den Buffetraum vorbereitet und dabei Teller, Besteck usw. bereitstellt. Diese Wocheneinteilung wird für alle sichtbar auf einer Tafel aufgeschrieben.
Am Anfang jedes Monats wird auch noch ein Monatsplan erstellt, auf dem alle Bestellungen eingetragen werden. So haben wir auch stets einen Überblick, welche Aufträge zu erledigen sind.
Einige KlientInnen gehen auch Tätigkeiten außerhalb der Werkstatt nach, wie z.B. Reinigungstätigkeiten für andere Lebenshilfe – Einrichtungen oder die Betreuung eines Gartens für eine Hausverwaltung.
Aber auch innerhalb der Werkstatt gibt es einige Aufgaben, die die KlientInnen der Kochgruppe übernommen haben. Dazu zählt z.B. die Reinigung der Küche nach dem Mittagessen oder das Zubereiten von Kaffee in der Mittagspause im Zuge der so genannten „Kantine“.
Für die einzelnen Aufträge kauft die Kochgruppe selbst ein, dafür wird gemeinsam eine Einkaufsliste erstellt, anschließend gehen 2 Personen selbstständig einkaufen.
In der Kochgruppe werden sehr gerne neue Rezepte ausprobiert.
Wir freuen uns sehr über größere Aufträge und Aufträge, wo wir unserer Kreativität freien Lauf lassen können, z.B. wenn es darum geht, Torten zu verzieren oder Buffets optisch ansprechend zu gestalten. Wir sind stolz darauf, dass wir auch schon große Aufträge wie z.B. ein Buffet für 60 Personen erfolgreich bewältigt und schon viele positive Rückmeldungen erhalten haben!
Tamara Manhartsgruber
Betreuerin Kochgruppe

- Wenn eine Torte so schön gelingt, wie diese, ist Katharina R. stolz auf ihre Arbeit.
Katharina R. über ihre Arbeit in der Kochgruppe:
"Es macht mir Spaß, hier zu arbeiten
weil ich da kochen darf.
Ich bin schon 4 Jahre hier.
Ein bisschen habe ich schon vorher kochen können,
zum Beispiel Kartoffelsalat.
Schneiden konnte ich auch schon,
da habe ich auch zu Hause geholfen.
Jetzt kann ich aber noch besser kochen,
auch würzen, zum Beispiel mit Pfeffer.
Ich kann schon alleine einen Apfelstrudel backen.
Am meisten Spaß macht mir Backen,
ich backe auch Überraschungs-Muffins.
Zwiebelschneiden mag ich nicht, das brennt so in den Augen.
Ich mag auch nicht gekochte Kartoffeln schälen,
weil die sind heiß und picken an den Händen.
Es macht mir Spaß, mit der Gruppe zu arbeiten.
Ich putze auch jede Woche 1 Mal alleine die Küche der Werkstatt.
Immer von 13:30 bis 15:00 Uhr.
Genau genommen räume ich die Sachen in den Geschirrspüler
vorher die sauberen ausräumen,
Kaffeemaschine reinigen, Arbeitsflächen sauber machen,
und kehren.
Für diese Arbeit gibt es auch eine Prämie.
Selber esse ich gerne Nudeln, Eis und Apfelstrudel.
Ich mag süße Sachen.
Einmal in der Woche singe ich im Chor,
und ich spiele Boccia, auch bei Turnieren."