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Was sagen Menschen mit Behinderungen?

Gleichstellung ist ein großes Thema und wird von vielen Fachleuten und PolitikerInnen diskutiert. Weil es dabei aber um behinderte Menschen geht, finden wir es besonders wichtig, dass diese selbst zu Wort kommen.

 

Robert Jüttner:

Ich schreibe über die Gleichstellung. Was ist überhaupt Gleichstellung?
Gleichstellung ist Gleichberechtigung und dass wir genau die selben Rechte haben wie Nichtbehinderte.
Ich bin in einer Selbstvertretergemeinschaft und wir haben über Gleichstellung gesprochen, weil es uns nicht gefällt, wie es ist.

Gleichstellung ist nicht nur für behinderte Menschen, sondern auch für z.B. junge Mütter in z.B. Einkaufszentren, die keinen Lift haben und es gibt fast nie einen Lift. Und was mich noch ärgert, wenn ich Leute sehe, die nur einen Fuß haben und Krücken, die sich bei Bussen und Straßenbahnen schwer tun, weil die so hohe Stufen haben.
Gleichstellung ist für mich, wenn bei den Verkehrsmitteln alles behindertengerecht ist.

Es soll auch mehr geschützte Arbeitsplätze geben und wenn man einen bekommt, dann mit Unterstützung und dass man uns nicht auslacht, wenn wir die Uhr nicht können. Es sollte schneller gehen, dass jemand kommt, der uns dabei unterstützt.

In manchen Kinos gibt es keinen Aufzug, sondern von der Tiefgarage weg nur Stiegen und in den ersten Stock gibt es nur eine Rolltreppe und die fährt nur hinauf. Auf jeden Fall ist es für Rollstuhlfahrer sehr schwer ohne Hilfe. Kinos und andere Unterhaltungseinrichtungen gehören umgebaut und müssen behindertengerecht sein.

Für manche behinderte Menschen sind Spitäler zu groß und es ist schwer, den richtigen Gang zu finden, sich anzumelden, so lange da zu sitzen und zu warten. Es sollte dabei Unterstützung geben.

Es gibt Leute, die einen Führerschein haben und das Auto umbauen lassen müssen, wenn sie im Rollstuhl sitzen und das kostet viel zu viel Geld. Manche können das gar nicht zahlen. Die Forderung ist, dass sie sich das leisten können sollen. Und es soll mehr Behindertenparkplätze geben.

Das ist meine persönliche Meinung.

 

Zusammenfassung der Diskussion zum Thema Gleichstellung im Rahmen eines Selbstvertretertreffenes der Lebenshilfe Wien im Jahr 2000

Gleichstellung – was ist das?

  • gleichbehandelt zu werden
  • gleichberechtigt zu werden, genauso wie „normale“ Menschen

Wo sind wir noch nicht gleichgestellt?

  • Verspottet werden als „Depperte“, „Behinderte“, oft nicht ernst genommen werden.
  • Immer in der Benachteiligung in der U-Bahn.
  • Gesunde Menschen wollen nicht mit uns arbeiten.
  • Mit dem Rollstuhl sind wir benachteiligt.
  • Autofahrer parken vor oder auf dem Zebrastreifen oder auf Kreuzungsübergängen – mit Rollstuhl keine Chance.
  • Eintritt in die Discos wurde mir nicht erlaubt.
  • Aufklärung schon bei kleinen Kindern, Gespräche zwischen Behinderten und nicht behinderten Menschen fehlen.
  • Nicht genug Berichte von uns behinderten Menschen in den Medien
  • Kein Geländer bei Stiegen – passiert oft.
  • Mehr Aufzüge in öffentlichen Einrichtungen sollte es geben.

Unsere Forderungen

  • Ein Vertreter von uns behinderten Menschen im Parlament.
  • Mehr Arbeitsplätze für uns behinderte Menschen (werden nicht ausgeschrieben).
  • In jeder öffentlichen Einrichtung sollte bei der Treppe ein Geländer sein (z.B. Gasthaus, Kino).
  • Einbau von Liften in öffentlichen Einrichtungen als Pflicht.
  • Für Rollstuhlfahrer sollte es in Geschäften geeignete Einkaufsmittel zum Einkaufen geben (z.B. spezielle Körbe).
  • In Öffentlichen Verkehrsmitteln spezielle Einrichtung, damit mehr Zeit für uns behinderte Menschen beim Aussteigen ist (Tür wird oft zu schnell zugemacht).
  • Sollte im Gesetz vorgeschrieben sein, dass öffentliche Verkehrsmittel behindertengerecht sein sollen.
  • Die selben Rechte zu haben wie andere Menschen auch: Mit seinem Partner zusammenleben zu können, ohne dass es finanzielle Benachteiligungen gibt.
  • Eintritt in alle Freizeiteinrichtungen (z.B. in Diskos).